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Pressemitteilung v. 01.10.99Die Atomkatastrophe im japanischen Tokaimurazeigt die Dringlichkeit des Atomausstiegs und dokumentiert die Unverantwortlichkeit der Professoren-Initiative um den Ex-Vorsitzenden der Reaktor-SicherheitskommissionDie heutige Atomkatastrophe mit unkontrollierter atomarer Kettenreaktion in der Brennelementfabrik für Schnelle Brüter von Tokaimura in Japan, nur 200 Kilometer von Tokyo entfernt in einer dicht besiedelten Gegend, zeigt wiederum eindringlich die Unbeherrschbarkeit der Atomtechnologie. Derartige Unfälle und menschliches Versagen seien nur auszuschließen, wenn keine Brennelemente mehr gefertigt werden und der Atomausstieg vollzogen sei. Das erklärt die Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. (GSS). Nach Informationen der GSS aus Japan sind jetzt nicht nur 19 oder mehr Arbeiter von zum Teil akut lebensgefährlicher Verstrahlung betroffen, sondern in einem Umkreis von nur 10 Kilometern um die Anlage auch mehr als 312.000 Menschen in über 106.000 Haushalten mit einer von militärischen Spezialeinheiten überwachten Ausgangssperre belegt. Offenbar hält auch nach mehr als 12 Stunden die unkontrollierte atomare Kettenreaktion weiter an und macht einen Krisenstab des japanischen Kabinetts unter der Leitung des Premierministers notwendig. Die Tatsache einer solchen Katastrophe, so die Gesellschaft für Strahlenschutz, belege die wissenschaftliche und moralische Unverantwortlichkeit der jüngsten Initiative von 570 Professoren um den Ex-Vorsitzenden der Reaktor-Sicherheitskommission Adolf Birkhofer und andere Funktionäre der deutschen Atomwirtschaft. In einem Memorandum vom 29. September 1999 wandten diese sich gegen einen Atomausstieg und forderten die Bundesregierung zu einer "ernsthaften Neubewertung" der Kernenergie auf. Die derzeitige Ausstiegsdiskussion werde angeblich den technischen Weiterentwicklungen bei der Reaktorsicherheit und der Entsorgung des Atommülls nicht gerecht. Dagegen betont die Gesellschaft für Strahlenschutz, unkontrollierte atomare Reaktionen seien eben auch in den am höchsten technologisch entwickelten Ländern der Erde immer möglich, wie sich in Japan jetzt zeige. Deshalb müsse der Ausstieg aus der Atomenergie von der rot-grünen Regierungskoalition nun endlich ernsthaft betrieben werden. Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz
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http://www.gfstrahlenschutz.de/pm991001.htm
Stand: 01.10.1999
Verantwortlich: Prof. Kuni