| Gesellschaft für | Strahlenschutz | e.V. |
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Pressemitteilung v. 17.01.02Gesellschaft für Strahlenschutz fordert Aufgabe der Pläne zum bundesweiten MammographiescreeningDie Annahme, Reihenuntersuchungen der Brust mit Röntgenaufnahmen könnten die Brustkrebssterblichkeit senken, hat sich als irrig erwiesen. Frauen mit familiärer Disposition für Brustkrebs dürfen auf gar keinen Fall mehrfach im Rahmen eines Screenings geröntgt werden, da bei ihnen eine extrem hohe Strahlenempfindlichkeit angenommen werden muss. Dies sind wesentliche Schlussfolgerungen eines Berichtes der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. mit dem Titel "Brustkrebsfrüherkennung Ja, Reihenuntersuchung mit Mammographie Nein !", der den gegenwärtigen Erkenntnisstand über Brustkrebsursachen und geeignete Vorsorgemaßnahmen darstellt. Die Autoren beziehen sich auf die Auswertung der bisherigen Screeningprogramme durch Olsen und Gøtzsche vom Nordischen Cochrane-Zentrum in Kopenhagen. Diese fanden darüber hinaus, dass in den gescreenten Gruppen entgegen den Erwartungen mehr Brustamputationen vorkamen als in den Kontrollgruppen ohne Mammographie. Die negativen Ergebnisse der Screeningprogramme lassen sich unter anderem auf die Tatsache zurückführen, dass Röntgenstrahlen ihrerseits Brustkrebs erzeugen, erklären die Autorinnen und Autoren der Gesellschaft für Strahlenschutz. Dabei sei die sehr hohe Strahlenempfindlichkeit genetisch prädisponierter Frauen, auf die in Deutschland vor allem D. Frankenberg und Mitarbeiter vom Zentrum Radiologie der Universität Göttingen hinwiesen, ein bislang weitgehend unbeachteter Aspekt. Sie führe zu einer weiteren Erhöhung der Erkrankungsrate bei diesen Frauen und einer Vorverlegung des Erkrankungsalters. Allein wegen dieser empfindlichen Untergruppe, die 5 bis 10 Prozent der weiblichen Bevölkerung ausmacht, verbiete sich Mammographie als Reihenuntersuchung. Echte Vorsorgemaßnahmen beim Brustkrebs, die einen großen Effekt erwarten lassen, sind die Vermeidung von Strahlenbelastungen besonders in jüngerem Alter sowie die kritische Indikationsstellung und das Vermeiden unangemessener Dosierungen von Östrogenersatztherapien, erklären die Autorinnen und Autoren der Gesellschaft für Strahlenschutz. Ersatzmaßnahmen zur Früherkennung seien außer durch die professionell angeleitete Selbstuntersuchung durch Ultraschalluntersuchungen und Kernspintomographie gegeben.
Dersee, Dieckmann, Köhnlein, Kuni, Lengfelder, Pflugbeil, Schmitz-Feuerhake |
Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz
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http://www.gfstrahlenschutz.de/pm020117.htm |